Tipps & Infos · Mai 2018

Lüftung von Wohnungen

Luftdichtheit, Luftfeuchtigkeit, Tauwasser und richtiges Lüften: So beugen Sie Feuchteschäden und Schimmel im gedämmten Haus vor.

Luftdichtheit

Im Zusammenhang mit Wärmedämmungen ist auch die Luftdichtheit von Bauteilen von entscheidender Bedeutung. Häufig wird gefragt, warum Gebäude luftdicht ausgeführt sein müssen: Bei einem undichten Gebäude dringt frische Außenluft in erheblichem Maße durch die Fugen nach innen. Dieser Luftwechsel erhöht sich je nach Windverhältnissen und wirkt sich in der Heizperiode am stärksten aus. Das führt trotz guter Wärmedämmung zu hohen Wärmeverlusten. Um die Wirkung der Wärmedämmung sicherzustellen, ist die Luftdichtheit der Gebäudehülle erforderlich. Bei Dächern wird sie im Regelfall durch Dampf- und Windsperren erreicht.

Luftfeuchtigkeit

Diese Maßnahmen haben aber auch einen Nachteil: Verbrauchte Luft und Feuchtigkeit, die in den Räumen entstehen, können nicht mehr nach außen entweichen. Die Feuchtigkeit, die durch Kochen, Baden, Pflanzen usw. entsteht, wird als Wasserdampf von der Luft aufgenommen. Wärme und Feuchtigkeit, die Menschen und Zimmerpflanzen abgeben, sind weit mehr, als man meinen möchte – bis zu 12 Liter Wasser pro Tag.

Die Luft kann aber nur eine bestimmte Menge Wasserdampf aufnehmen, und diese hängt von der Temperatur ab: Je wärmer die Luft, desto mehr kann sie speichern, bis sie gesättigt ist. Dieser Sättigungsgrad lässt sich mit einem Hygrometer messen und als relative Luftfeuchte ablesen. Je niedriger die relative Luftfeuchte, desto trockener die Luft und desto geringer die Gefahr von Tauwasser- und Schimmelbildung. Wird die Luft jedoch zu trocken, tut das weder den Möbeln noch uns Menschen gut. Ideal sind etwa 40 bis 60 % Luftfeuchte.

Tauwasser

Irgendwann kann die Luft keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen. Dieser Punkt hängt von der relativen Luftfeuchte und der Temperatur ab und wird Taupunkt genannt. Kommt im Extremfall durch Undichtigkeiten der Gebäudehülle feucht-warme Raumluft mit kalter Außenluft in Kontakt, entsteht Tauwasser – meist an undichten Fenstern. Ist die Raumfeuchte über lange Zeit zu hoch, kann sich Schimmel in Wandflächen einnisten, oft erkennbar an schwarzen Flecken in den Zimmerecken.

Bei Neubauten ist die Schimmelgefahr am größten, weil in Mauerwerk und Beton noch Baufeuchtigkeit steckt, die zur Wohnfeuchtigkeit hinzukommt. Umso wichtiger ist es, einerseits gut zu heizen, damit die Feuchtigkeit austrocknen kann, und andererseits die feucht-warme Raumluft mit der Außenluft auszutauschen.

Richtig lüften

Damit Feuchtigkeitsprobleme und Schimmel gar nicht erst entstehen, müssen Wohnungen gelüftet werden. Doch wie lüftet man richtig? Es gibt zwei Methoden:

  • Stoßlüftung: Alle Fenster weit öffnen – so wird in kürzester Zeit die Raumluft vollständig gegen Außenluft ausgetauscht.
  • Spaltlüftung: Die Fenster nur kippen – dadurch erfolgt nur ein langsamer Luftaustausch.

Es sollte immer so gelüftet werden, dass möglichst wenig Heizenergie verloren geht. Deshalb ist die Stoßlüftung der Spaltlüftung vorzuziehen – am besten sogar mit Durchzug. Die Stoßlüftung sollte ca. 5–10 Minuten dauern und mehrmals täglich wiederholt werden.

Quelle: Information des Bundesbauministeriums „Richtiges Lüften beim Heizen“

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